Zugegeben: Abgesehen von relativ viel Grün war von dem im Glaskasten auf der Messe präsentierten Motorrad nicht viel zu erkennen. Was aber zu sehen war, sendet eine klare Botschaft. Aprilia bringt eine Mittelklasse-Enduro mit dem Namen Tuareg 660.

Es ist davon auszugehen, dass das neue Modell auf den Antrieb aus der Aprilia RS 660 setzt, die auf der EICMA als Serienmodell vorgestellt wurde. Zudem wurde auf der Mailänder-Messe mit der Tuono 660 ein zweites Bike vorgestellt, das auf den neuen Reihenzweizylinder-Motor setzt, der in der RS 100 PS leisten soll. In der Tuono 660, die auf der EICMA noch als Konzeptfahrzeug deklariert war, leistet der Antrieb dagegen lediglich 95 PS. Ansonsten ist davon auszugehen, dass das neue Enduro-Modell, das auf den Namen Tuareg 660 hören könnte, mit ähnlichen Features wie die beiden bereits vorgestellten Motorräder ausgestattet sein wird. Aprilia spendiert der RS 660 beispielsweise Kurven-ABS, eine Traktions- und Wheeliekontrolle, einen Quickshifter, fünf Fahrmodi und weitere aktuelle Assistenssysteme.

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Die Aprilia RS 660 wurde auf der EICMA 2019 präsentiert

Der kleine Sportler kommt im Sommer 2020 – mit 100 PS, Euro 5 und großem Elektronik-Paket.

Befeuert wird die Aprilia RS 660 von einem neuen Reihentwin mit 660 cm³, der sich vom 1100er-V4 ableitet. Aus dem nach vorne geneigten Parallel-Twin mit 270 Grad Hubzapfenversatz werden 100 PS generiert, und laut Aprilia steht „jederzeit genug“ Drehmoment bereit. Das Abgassystem besteht aus einem einzelnen Endrohr mit asymmetrischem Doppelaustritt; unterhalb des Motors positioniert soll es zur Zentralisierung der Massen beitragen, was dem Handling zugutekommt.

Mit allen Supersport-Attributen

Verpackt ist der neue Twin in einen polierten Aluminiumrahmen, der den Motor wiederum als tragendes Element nutzt. Die Zweiarmschwinge ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt. Der rechte Holm ist bananenförmig ausgeführt, um Platz für den hier mündenden Auspuff zu schaffen. Zu den weiteren Features zählen eine Doppelscheibenbremsanlage mit radial verschraubten Brembozangen und 320 mm-Scheiben vorn, eine verstellbare Kayaba-Gabel mit 41 mm-Standrohren sowie filigrane Schmiedefelgen.

Die Doppelverkleidung im Frontbereich soll für eine optimale Aerodynamik sorgen: mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, ordentlich Windschutz für den Fahrer und Kühlung für den Motor. Die Verkleidungsteile und die Sitzbank sind überwiegend aus Kohlefaserlaminat gefertigt. Das Trockengewicht der RS 660 gibt Aprilia mit 169 Kilogramm an.

Elektronikpaket mit Schräglagenerkennung

Kurven-ABS ist an Bord der Aprilia RS 660, außerdem Traktions- und Wheelie-Kontrolle, Tempomat, Quick Shifter für kupplungsloses Rauf- und Runterschalten, Motorbrems-Assistent sowie fünf Fahrmodi: einer für Pendelfahrten, ein dynamischer für sportliche Fortbewegung, ein individueller zum selbst konfigurieren sowie die beiden Racetrack-Modi „Challenge“ und „Time Attack“, wobei letzterer ebenfalls frei personalisierbar ist.

 

Aprilia RSV4 1100 Factory

Dank des neuen semi-aktiven Fahrwerks gelingt dem Hochleistungsbike der Spagat zwischen Rennstrecke und Landstraße noch spielender. Das Steuergerät, des Öhlins Smart EC 2.0-Fahrwerks thront über allen elektronischen Systemen und stimmt sie je nach Bedarf ab. Die Kalibrierung der Gabelhydraulik, des Federbeins und des Lenkungsdämpfers kann jederzeit automatisch oder mittels Tasten am Lenker angepasst werden. Hier haben die Ingenieure von Öhlins und Aprilia eng zusammengearbeitet, um diesen einzigartigen Algorithmus zu entwickeln. Entwarnung an alle Puristen: Das System lässt im manuellen Modus nach wie vor, rein nach den Vorstellungen des Fahrers konfigurierte Einstellungen zu. Am herrlichen V4 selbst gab es keine Veränderungen, der betörende Klang bleibt uns also erhalten.

Aprilia Tuono V4 1100 Factory

Auch die Tuono V4 Factory kommt in den Genuss des semi-aktiven Öhlins Fahrwerks. Dazu wird eine Reihe weiterer Details aus der supersportlichen Schwester in die V4 übernommen: Carbon Vorderradkotflügel, Tankdeckel und Seitenteile zieren im Modelljahr 2020 das Power Naked aus Noale. Der Aprilia V4-Motor liefert nach wie vor 175 PS Höchstleistung und 121 Nm maximales Drehmoment.